Zugfestigkeit
Die maximale Zugkraft pro Querschnittsfläche, die ein Material aushält, bevor es reißt — angegeben in Megapascal (MPa). Sagt nichts darüber aus, wie weit sich das Bauteil vorher verformt.
Ein hoher Wert bedeutet nicht automatisch ein robusteres Bauteil: PLA hält mit 53 MPa sogar mehr Zugkraft aus als ASA (50), ABS (48) oder PETG (40) — gilt trotzdem als das Material, das am ehesten spontan bricht, weil es sich vorher kaum verformt. Zugfestigkeit ist deshalb nur die halbe Geschichte; die andere Hälfte ist, wie viel Dehnung ein Material vor dem Bruch mitmacht. Zur Abgrenzung: Reißt ein Gewinde aus einem Bauteil aus, versagt das Material meist auf Scherung entlang der Gewindeflanken, nicht auf reinen Zug — die Zugfestigkeit allein sagt darüber wenig aus. Ein Punkt, den Datenblätter meist verschweigen: Der angegebene Wert gilt fast immer nur für in der Druckebene (XY) gedruckte Prüfkörper. Quer zur Schicht (Z-Richtung) ist die reale Zugfestigkeit oft spürbar niedriger, weil dort die Schichthaftung selbst zur schwächsten Stelle wird.
In der Praxis
Relevant für alles, das unter Zug steht — Aufhängungen, Seilzüge, Ösen, Gewindeeinsätze, tragende Verbindungen. Bei PLA (53 MPa, hoch), ASA (50), ABS (48) und PETG (40, alle hoch) liegen die Werte enger beieinander, als man erwarten würde; für deutlich höhere Anforderungen liegt z. B. PEEK bei 80,75 MPa. Entscheidend ist immer auch die Druckrichtung der belasteten Fläche — bei einem stark auf Zug belasteten Bauteil lohnt es sich, die Orientierung beim Drucken so zu wählen, dass die Kraft in der Schichtebene wirkt, nicht quer dazu.
Basierend auf 5 geprüften Wissenseinträgen